Kleingesee renoviert die "Königin der Instrumente"

Es ist 18:45 Uhr eines jeden Samstags. Hauptorganist Tobias Dörres macht sich auf dem Weg nach oben auf die Empore, öffnet den Spieltisch und legt den großen Hauptschalter der Orgel um. Die Stille in der Kirche wird von einem leichten Summen unterbrochen. Der Motor startet und Luft wird in den Blasebalg befördert. Um 19 Uhr beginnt der feierliche Gottesdienst und die Orgel soll zuverlässig diese Feierstunde emporheben. Etwas wehmütig schaut Organist Tobias Dörres dennoch auf dem vor ihm stehenden mittlerweile 79 Jahre alten Instrument.

 

Die Orgel der Filialkirche Herz Jesu in Kleingesee bedarf einer dringenden Generalrenovierung. Gebaut wurde die zweimanualige, mit zehn Register ausgestattete Orgel im Jahre 1937 von der Orgelbauerfirma Dietmann aus Lichtenfels. Für den aufmerksamen Besucher der Herz Jesu Kirche sind die dringend sanierungsbedürftigen Schäden an der 79 Jahre alten Dietmann-Orgel zunächst optisch nicht wahrnehmbar. Doch die „Königin der Instrumente“ ist in die Jahre gekommen; im Orgelgehäuse und in den 678 Metall- und Holzpfeifen schlummern Staub und Dreck all der Jahre. Die Mechanik, sowie die pneumatische Traktur sind abgenutzt und undicht, die Register reagieren unzuverlässig oder gar nicht mehr. Größtes Sorgenkind der Blasebalg – hier wurde bereits in den vergangenen Jahren provisorisch abgedichtet da der Lederbalg zu zerfallen drohte. Die Liste der Mängel erweitert sich ständig und wird von Jahr zu Jahr schlimmer. Eine Generalrenovierung ist deshalb in naher Zukunft unumgänglich. 

Die letzte Renovierung der Orgel wurde im Jahr 1982 durchgeführt. Dazwischen wurde im Jahr 2004 der komplette Innenraum der Kirche renoviert. Die Planen mit denen die Orgel „verpackt“ war, konnten jedoch den feinen Staub nicht aufhalten.

Bei der anstehenden Generalrenovierung müssen alle Pfeifen, alle Ventile, alle Einzelteile ausgebaut und gereinigt werden. Schadhafte Teile werden ausgebessert oder ersetzt, bevor alles wieder zusammengesetzt werden kann. Danach muss die Orgel neu gestimmt werden. 

Eine erste Kostenschätzung für eine Generalrenovierung beläuft sich laut Orgelbauer auf ca. 35.000€. Eine stolze Summe zu der die Kirchenstiftung Kleingesee auch auf Spenden aus der Bevölkerung angewiesen ist.Momentan laufen in Kleingesee Gespräche zwischen dem zuständigen Orgelbauer, dem Diözesanorgelsachverständigen des Erzbistums sowie der Kirchenverwaltung Kleingesee. Vor kurzem wurde in der Herz Jesu Kirche Kleingesee von der Kirchenstiftung ein Opferstock mit Infoplakat über die bevorstehende Orgelrenovierung aufgestellt.  Besucher  können Infoflyer und Spendenvordrucke mitnehmen und sich auf Bildern selbst ein Bild von den Schäden an der Orgel machen.

„Ziel ist es die Orgelrenovierung bis in Jahr 2036, bis zum 100-jährigen Weihejubiläum der Herz Jesu Kirche Kleingesee abzuschließen. Dann soll die Orgel mit all ihren Klangfarben wieder uneingeschränkt zur Königin der Instrumente werden.“, so Kirchenpfleger Marco Brendel.